Etiquette du Clos Ribeaupierre du domaine jean sipp à RibeauvilléClos Ribeaupierre
Im Jahre 1789 empörten sich einige hitzige Zeitgenossen gegen den Prunk, den der Pfalzgraf Maximilian von Zweibrücken, Herr der Grafschaft Ribeaupierre trieb, und beschlossen, seinen Herrensitz auf dem Schlossberg im Westen der Stadt in Brand zu setzen.

Jean-Louis SIPP erwarb im Jahre 1965 einen Teil des Anwesens und es gelang ihm, dank seiner Fachkenntnisse und der ihm eigenen dynamischen Schaffenskraft, dem einstigen Fürstenanwesen erstklassige Reben abzuringen, die den ganzen Stolz der Weinlage „Clos Ribeaupierre“ ausmachen, ehemals bekannt als Weinlage „Clos du Schlossberg“. Der Schlossberg war schon zuvor jahrhundertelang eine hervorragende Weinlage gewesen, wie dies anhand von Urkunden aus den Jahren 1532 und 1451 belegt ist. In diesen Urkunden wird unverkennbar die Steillage des Hangs hinter dem Schloß Petit Ribeaupierre beschrieben. Mathieu MERIAN läßt diese Steillage in seiner Topographie des Elsaß aus dem 17. Jahrhundert anklingen. Diese herrschaftlichen Weinberge in ca. 300 m Höhe mit Süd-Südostlage waren schon damals ausschließlich mit „edlen“ Rebsorten bestockt. Diese Tatsache, die aus den Weinleseregistern von 1610 ersichtlich ist, war für damalige Zeiten eine Rarität.

Jean-Jacques SIPP hat zunächst den gesamten alten Bestand des Clos aus GEWURZTRAMINER, MUSCAT, RIESLING und PINOT GRIS gerodet; die damals fünfzigjährigen Reben waren stets im Verbund geerntet, gekeltert und zu Wein vergoren worden. Diese war eine lokale Gepflogenheit, mit der nun zugunsten der Rebsorte PINOT GRIS gebrochen wurde, da diese auf dem Granitboden dieser Weinlage optimal zur Entfaltung gelangt.

Das Gefälle, das an einigen Stellen 40 % überschreitet und die außergewöhnlich sonnige Lage lassen die Trauben unter optimalen Bedingungen reifen.

Jahrhundertelang wurden von Menschenhand gigantische Terrassen an diesem Weinberg angelegt. Diese Terrassen sind das „non plus ultra“ der von Menschenhand gestalteten Natur; der Terrassenanbau nimmt weltweit eine herausragende Stellung in so unterschiedlichen Kulturlandschaften wie den bewässerten Reisfeldern Indonesiens oder Chinas sowie in den Kulturlandschaften von Peru, Nepal oder im Jemen ein. Auch in den Schluchten („fossés“) der Cevennen oder der Provence („restanques“) findet man sie. Allein in Südfrankreich gibt es über 10 000 Hektar terrassenförmige Weinberge. Sie sind das Symbol einer perfekt gelenkten Hydraulik und Agronomie, Heutzutage ist jedoch die Kunst, jedes noch so bescheidene Potential eines Anbauortes auszuschöpfen, weitgehend in Vergessenheit geraten.

Die gesamte im Jahre 1993 neu bestockte Weinlage Clos Ribeaupierre wurde in kleinen Terrassen angelegt. Natürlich ist das Potential des Bodens gegeben, aus dem das Weingut Domaine JEAN SIPP die Quintessenz überreifer Trauben gewinnt.

Martine et Jean-Jacques Sipp

Clos Ribeaupierre
Das Clos Ribeaupierre mit seinen steinigen und kargen Böden wird erst geerntet, wenn die Trauben überreif sind. Der Ausbau währt neun Monate lang in Eichen-Barriques oder Eichenfässern auf feiner Hefe. Die Aromen dieses herrlich goldgelben Weines sind wie eine Einladung in die Tropen, mit den Aromen von Guave und Birne, Pfirsich und Honig.
Er ist vollmundig und wunderbar würzig und ein Genuß für alle Liebhaber des Exotischen.